Rechteckwellen – 4 Synths im Vergleich

Rechteckwellen - 4 Synths im Vergleich
Rechteckwellen – 4 Synths im Vergleich

Rechteckwellen – 4 Synths im Vergleich

Nachdem ich vor einiger Zeit Vergleiche zwischen dem Moog Minimoog und dem Model 15 von Club of the Knobs angestellt habe, wollte ich es genauer wissen. Deshalb gibt es jetzt Rechteckwellen – 4 Synths im Vergleich.

Rechteckwellen

Was Rechteckwellen für Klangbastler so unwiderstehlich macht ist der hohle Charm, der Bassgehalt in den unteren Registern, der einem seit den Anfängen des Techno immer wieder begegnet und in den oberen Lagen die verspielte  Textur, die einen direkt in die 80er zurückversetzt, sofern man denn gewisse Klangerfahrungen aus diesem Jahrzehnt mit sich trägt.

Wenn man die Pulsweitenmodulation eines Rechteckes mal ausser Acht läßt, könnte die Rechteckwelle eigentlich auch Quadratwelle (Squarewave) heissen, denn ich finde, dass diese Schwingungsform dann am besten zur Geltung kommt, wenn negative und positive Phase im Oszillogramm ungefähr gleich aussehen. Klingt es dünn oder nasal, dann ist die Pulsweite nicht bei 50/50, also schwingt der Oszillator zu lange in der positiven oder der negativen Halbwelle und deshalb zu kurz in der gegenüberliegenden Phase. Bevor ich mich in die Kernschmelze schreibe, kommen wir zur Sache.

Die Testsynths

Es treten an ( Trommelwirbel) :

Club of the Knobs – Model 15 Synthesizer

COTK Model 15 Synthesizer
COTK Model 15 Synthesizer

Moog Minimoog D late Model

Synthblog.de - Minimoog D - neues Board
Minimoog D – neues Board

Cwejman S1 Mk2

Cwejman S1 MK2
Cwejman S1 MK2

Roland SH-101

Roland SH-101
Roland SH-101

Die Teststrecke

Alle Kandidaten wurden, mit Ausnahme des Cwejman – der wurde mit MIDI gesteuert, über ein ES-3 Interface von Expert Sleepers mit Cubase 8 verbunden und dann über ein RME Fireface 400 in die DAW aufgenommen. Anschliessend wurden die Audiodaten in der Lautstärke angeglichen und in ein MP3 mit 320kbps gewandelt.

Es wurden 2 Durchgänge aufgenommen: 1. Durchgang – Ausgang des jeweiligen Oszillator mit geöffnetem Filter. 2. Durchgang – Das gleiche nochmal aber mit geschlossenem Filter ohne Resonanz. Die Filtereckfrequenz wird dabei mit einer Synth – eigenen Hüllkurve geöffnet und wieder geschlossen.

Damit haben wir neben der reinen Wellenform auch gleich die Interaktion mit dem jeweiligen Filter im Zusammenspiel mit der Synth-eigenen Hüllkurvencharakteristik im Sack. Sprich, wir hören auch, wie die jeweilige Maschine mit dieser Rechteckwelle umgeht.

Hier die Audiodaten zum Anhören:

And the winner is:

Vergesst es! Keiner der zugelassenen Athleten gibt sich hier die Blöße es zu vermasseln. Jeder kann irgendwas und alle liefern etwas ab, das man brauchen kann. Was mich aber total überrascht hat ist, dass der Cwejman in den Bässen fast nicht vom Model 15 zu unterscheiden war sobald das Filter mitspielen durfte, wobei die Hüllkurve des S1 eine frickelige Angelegenheit war. Bekannt ob seiner Schnelligkeit ist es doch nicht ganz so einfach, den Verlauf der Kurve dem des Model 15 oder Model D anzupassen.

Das Model D liefert sehr holzige Klangeigenschaften und der SH-101 bringt puren Synthiepop auf die Lauscher. Der Roland hat irgendwie die aufgeräumtesten, fast gläsernen Obertöne, während das Model 15 ziemlich rau tönt.

Auch interessant: Der Cwejman S1 verpasst dem Signal einen Lautstärkeverlauf bei jeder neuen Note, obwohl der Sustainpegel der Lautstärkehüllkurve voll aufgedreht ist und die Attackphase auf 0 steht.

Ich bleibe also kopfkratzend zurück ob der Unvorhersehbarkeiten der modernen Technik und schalte für heute die Kiste aus.

Aber halt! Nach Pflicht kommt…

die Kür.

Deshalb gibt es für alles 4 Synths noch eine kleine Effektsequenz – basierend auf der (genau!) Rechteckwelle mit einigen Tweaks (Echtzeitverschraubungen einiger Parameter). Dabei zeigen die Probanden, was man ausgehend von der Squarewave noch so auf die Schnelle machen kann.

Die Einzelsequenzen werden angesagt. Verwechselung daher unmöglich. 😉 Die “Sprechstimme” wurde mit dem Vocoder eines Nord Modular erstellt. Vielen Dank in dem Zusammenhang für die freundliche Leihgabe von Matthias Müller von der Elektroband “PLEASURES REMAIN” aus dem Heidelbergischen Sankt Leon Rot! Matthias ist nicht nur ein guter Elektromusikant und betreibt sein Musikprojekt zusammen mit der unvergleichlichen Heike Suss, er dreht auch Videos, die man eigentlich Sonntags im Abendprogramm seines Lieblingssenders sehen will. Hut ab! (unangeforderte Schleichwerbung Ende)

Trotzdem hier die Reihenfolge:

Club of the Knobs – Model 15

Moog – Minimoog Model D – late Model

Cwejman – S1 Mk2

Roland – SH-101

Es gibt einige Unterschiede zwischen den Sequenzen, die sich darin begründen, dass jeder Synth anders aufgebaut ist. Der SH-101 hat z.B. nur einen Oszillator, der Minimoog kann keine Pulsweitenmodulation, das Model 15 besitzt eine Festfilterbank, durch die ich die Signale des Mixers geleitet habe, bevor sie das Filter erreichten (extra und nur für die Kür), der Cwejman kann irgendwie alles, und man hätte auch das 2. Filter des S1 noch mit einbinden können, um es nochmal anders klingen zu lassen. Aber das wäre Stoff für einen weiteren Blogeintrag. Es gibt ja noch so viele Dinge, die man ausprobieren kann…

Ich wünsche einen guten Rutsch !

 

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